Alfred Hausser Preis 2020 ausgeschrieben

26. März 2020

Die VVN-BdA Baden Württemberg hat 2020 erneut den Alfred Hausser Preis ausgeschrieben. Der Preis wird im Rahmen der Landesdelegiertenkonferenz am 31.10. / 1.11.2020 in Mannheim vergeben.

Der Preis besteht aus einer finanziellen Förderung in Höhe von 500.- Euro. Zusätzlich kann eine Beratung des Projekts durch Mitglieder des Beirats durchgeführt werden.

Über die Vergabe des Alfred Hausser Preises entscheidet ein von der VVN-BdA unabhängiger Beirat.

 

Bewerbungsschluss ist der 20.9.2020

Über die Zielsetzung heißt es in der Ausschreibung:

„Der Alfred Hausser Preis wird vergeben für Projekte, die der Erforschung und Vermittlung örtlicher und regionaler Ereignisse und Entwicklungen unter dem Naziregime dienen, um die Erinnerung an den Widerstand, die Verfolgten und die Opfer des Faschismus bewahren zu helfen. Dies schließt Beiträge zur Geschichtsarbeit ein, die verharmlosende, beschönigende und verfälschende Darstellungen offen legen und dem Versschweigen entgegenwirken. Besonders wichtig sind dabei Projekte, die Berichte von Zeitzeug/-innen sichern.

Weitere Beispiele für Bewerbungen sind:

– Projekte der Spurensicherung

– Erinnerungstafeln

– Veröffentlichungen

– Geschichtslehrpfade

Stets drückten die in der Vergangenheit ausgezeichneten Projekte (und auch die nicht zum Zug gekommenen Nominierungen der letzten Jahre) Wertschätzung für und Verbundenheit mit antifaschistischer Erinnerungsarbeit und politischer Arbeit auf einem bestimmten Feld für gemeinsame Anliegen aus.

Sich bewerben und vorgeschlagen werden können

– örtlich-regionale Geschichtsinitiativen

– Geschichtswerkstätten

– Vereine

– Schulklassen (mit LehrerInnen)

– VVN-BdA Gliederungen

 

Eine Kurzdarstellung der jeweiligen Gruppe, oder Initiative, und eine Kurzbeschreibung des abgeschlossenen, oder in Planung, befindlichen Geschichtsprojekts sind in schriftlicher Form (per Brief, oder E-Mail) an das Landesbüro der VVN-BdA zu richten.

VVN-BdA Baden-Württemberg

Böblinger Straße 195

70199 Stuttgart

Tel.: 0711 / 603237

E-Mail baden-wuerttemberg@vvn-bda.de“

Mit dem Preis erinnert die VVN-BdA an Alfred Hausser. Der Stuttgarter Widerstandskämpfer wurde am 27.08.1912 geboren und verstarb am 12.8.2013. Er hat von Jugend an als Gewerkschafter, mit seinem Widerstand in der Nazizeit und seinem lebenslangen Engagement gezeigt, dass humanistische Werte  für unsere Gesellschaftsentwicklung und konkrete Arbeit gegen das Vergessen zusammen gehören. sein Leben galt der Aufklärung über die Ursachen des Faschismus und dem Kampf gegen den Neofaschismus. Besondere Verdienste erwarb er sich mit seinem jahrzehntelangen Einsatz für die Wiedergutmacxhung der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.

Schon 1934 wegen Widerstandsaktionen verhaftet und 1936 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, musste er während seiner Haftzeit Zwangsarbeit für die Firma Bosch leisten. Wegen seines Widerstands gegen den Faschismus musste er bis zur Befreiung 1945 über zehn Jahre Haft erdulden.

Als Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender des Landesvereinigung der VVN-BdA Baden-Württemberg, seit 1994 Ehrenvorsitzender der VVN-BdA Bundesvereinigung, war und ist er Vorbild im Kampf gegen Nazis.

 

Flyer Alfred Hausser Preis 2020

Ostermarsch in Stuttgart abgesagt

20. März 2020

Der für den 11.4. geplante Ostermarsch in Stuttgart ist gestern abgesagt worden. In einer ersten Erkklärung des Friedensnetzes Baden-Württemberg werden alle Friedensfreunde aufgefordert über Ostern Friedensfahnen aus den Fenstern zu hängen.

Friedensfahne

Für die Demonstration am 9. Mai in Stuttgart zur Befreiung vom Faschismus sollen friedenspolitische Forderungen sichtbar sein, fordert das Friedensnetz Baden-Württemberg.

Der Frieden ist und bleibt wichtig.

 

Proteste gegen den AfD Landesparteitag am 15. / 16. Februar in Böblingen

10. Februar 2020

Die VVN-BdA Baden-Württemberg unterstützt die Kundgebung gegen den AfD Landesparteitag am 15. / 16. Februar in Böblingen.

Das Bündnis „Böblingen bleibt bunt“ ruft für den 15. Februar, zusammen  mit anderen Gruppen, zu Prostesten an der Kongresshalle in Böblingen auf. Unter dem Motto: „Buntes Böblingen – Für Vielfalt, Tolerant und Offenheit“ findet eine Kundegbung statt. Beginn ist um 9 Uhr.

15.2. Kundgebung vor der Kongresshalle

Beginn um 9 Uhr

Wir nehmen Abschied von unserem Mitglied Heinrich Müller

10. Februar 2020

Lebenslanges Engagement für eine solidarische Gesellschaft, gegen Faschismus und Krieg

Nachruf auf Heinrich Müller

 

Wir nehmen Abschied von unserem Kameraden Heinrich (Henri) Müller. Er ist Ende Januar nach schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren verstorben.

Henri war seit Ende der 1960er Jahre in linken Gruppen politisch aktiv. Gegen Militarismus und Krieg engagierte er sich in den 1980er und 1990er Jahren unter anderem im Friedenarbeitskreis Wiesloch. Dort war er auch Mitgründer der alternativen „Statt-Zeitung“ (1992-2001) sowie des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Wiesloch/Walldorf (1992-1997), das sich nach den Ereignissen um das rassistische Pogrom von Rostock-Lichtenhagen zusammengefunden hatte. Im November 2005 wurde Henri Mitglied der VVN-BdA. In den Jahren 2012 bis 2018 war er Teil des Kreisvorstandes Heidelberg und nahm für unsere Kreisvereinigung unter anderem an den Sitzungen des Landesvorstands Baden-Württemberg teil. Als Gewerkschafter (IG Metall) setzte sich Henri selbstlos und mit Herz für die Belange seiner Kolleginnen und Kollegen ein. Auch die Partei „Die Linke“ hatte in ihm ein aktives Mitglied und engagierten Funktionär.

Anfang 2018 zog sich Henri gesundheitsbedingt aus dem VVN-Kreisvorstand zurück, dennoch war er hin und wieder bei Veranstaltungen und Kundgebungen dabei. Trotz seiner Krankheit ließ er es sich nicht nehmen, noch am 1. November 2019 an der traditionellen Gedenkfeier für die ermordeten WiderstandskämpferInnen auf dem Heidelberger Bergfriedhof teilzunehmen.

Wir verlieren mit Henri einen unermüdlichen Kämpfer gegen Faschismus und Krieg. Wir werden ihn als engagierten Antifaschisten in guter Erinnerung behalten.

 

Andy Herrmann für die VVN-BdA Kreisvereinigung Heidelberg

Soll die VVN-BdA zerschlagen werden?

22. Januar 2020

Die Fianzämter Thüringen und Saarland drohen den Landesvereinigungen die Gemeinnützigkeit zu entziehen, wenn sie weiter Zahlungen an die Bundesvereinigung leisten. Ausserdem fordern die Finanzämter, dass die Satzungen entsprechend geändert werden sollen.

 

Die VVN-BdA hat darauf mit einer Presseerklärung reagiert:

Droht die Zerschlagung der VVN-BdA Bundevereinigung durch die Finanzämter?

 

Am 6. Januar 2020 wurde der thüringischen Landesvereinigung (TVVdN-BdA e.V.) der VVN-BdA vom Finanzamt Erfurt die Gemeinnützigkeit erneut bescheinigt.

Allerdings macht das Erfurter Finanzamt zur Auflage, dass der Thüringer Landesverband an die Bundesvereinigung keine Mittel mehr abführen darf. Damit sind die der Bundesvereinigung zustehenden Anteile am Beitragsaufkommen gemeint.

Darüber hinaus fordert das Finanzamt Erfurt nun „aus gemeinnützlichkeitsrechtlicher Sicht“, dass der Thüringer Verband dieser Auflage nicht folgen, wird ihm mit Aberkennung der Gemeinnützigkeit gedroht, denn – so die Begründung – gemeinnützige Vereine dürfen nur an andere „steuerbegünstigte Körperschaften“ Mittel weitergeben.

Hintergrund ist, dass der Bundesvereinigung am 4.11.2019 vom Berliner Finanzamt für Körperschaften 1 die Gemeinnützigkeit entzogen worden ist, wogegen diese Widerspruch eingelegt hat.

Am 16. Januar forderte zudem das Finanzamt Saarbrücken die Landesvereinigung im Saarland auf, binnen drei Wochen zu erklären, wie sie künftig mit der Mittelweitergabe an die nunmehr nichtmehr gemeinnützige Bundesvereinigung verfahre.

Sollte die Aberkennung der Gemeinnützigkeit Rechtskraft erlangen ist also mit ähnlichen Auflagen wie in Thüringen in anderen Bundesländern zu rechnen.

Dies würde den Verlust der Haupteinnahmen der Bundesvereinigung und damit das Aus für den Verband bedeuten.

Unser Landesverband Thüringen wird gegen diese Auflage Einspruch einlegen und beantragen, die Angelegenheit bis zur Entscheidung über den Einspruch der Bundesvereinigung gegen den Berliner Bescheid ruhen zu lassen. Der Anwalt wird auch zur Anfrage im Saarland entsprechend Stellung nehmen.

Es bleibt dabei: Antifaschismus muss gemeinnützig bleiben!

 

Droht die Zerschlagung der VVN-BdA Bundesvereinigung durch die Finanzämter?

VVN-BdA ruft zur Kundgebung gegen rechte Medienhetze am 4.1.2020 in Baden-Baden auf

2. Januar 2020

 

Die VVN-BdA Baden-Württemberg unterstützt die Kundgebung von Verdi Baden-Württemberg gegen die rechte Medienhetze von Stefan Räple und der AfD.

Stefan Räpple,Landtagsabgeordneter der AfD, hat für Samstag, 4.1. um 14 Uhr zu einer Demonstration mit Kundgebung beim SWR in Baden-Baden aufgerufen. Er will laut Ankündigung gegen linken Journalismus und die GEZ demonstrieren. Er versucht damit eine Kundgebung von Rechten vor einigen Tagen vor dem WDR zu kopieren.

Verdi Baden-Württemberg hat eine Gegenkundgebung angemeldet.

Samstag 4.1.2020,

13 Uhr 30 – 15 Uhr 30

SWR in Baden-Baden vor dem Haupteingang Fernsehen

 

Zeigen wir dass die Rechten ihre Hetze nicht ohne Widerstand verbreiten können.

 

 

 

Wir trauern um Dietrich Schulze

31. Dezember 2019

Nachruf auf Dietrich Schulze von Helmut Woda

Wir nehmen Abschied von unserem Kameraden Dietrich Schulze. Dietrich war ein Urgestein der neuen Generation der Antifaschistinnen und Antifaschisten, die durch die Öffnung der VVN zum Bund der Antifaschisten gestoßen war.

Am 19. Dezember ist der Karlsruher Gewerkschafter, Friedensaktivist und Antifaschist Dietrich Schulze in seiner Wahlheimat Karlsruhe gestorben. Er wurde am 27. Juni 1940 in Borkum geboren. Seine Jugend verbrachte er im sächsischen Wilthen. 1958 machte er in Bautzen das Abitur. Zum Studium ist er danach in den Westen gegangen. Weil das Abitur der DDR nicht anerkannt wurde, musste er 1959 in Essen die Prüfung noch einmal machen. Er studierte in Hannover und Karlsruhe Elektrotechnik. Ab 1966 arbeitete er im Kernforschungszentrum Karlsruhe und wurde bald Betriebsrat.

In Karlsruhe, wohin es ihn beruflich verschlagen hatte, lernte er 1971 den Stuttgarter Antifaschisten, Kommunisten und Widerstandskämpfer Karl Wagner kennen. Er wurde für Dietrich Lehrer, politischer Weggefährte und Leitbild. Nicht nur dessen Verfolgungsgeschichte während der Nazi Zeit faszinierte ihn. Karl Wagner 1936 nach Dachau, wo er Mitglied der illegalen internationalen Lagerleitung wurde. Von Dachau nach Buchenwald überstellt erlebte er dort die Befreiung. Karl hatte als Kappo im KZ Dachau nicht nur überlebt, sondern mit viel Mut und  revolutionärer Klugheit die von den Häftlingen in Zwangsarbeit zu leistenden Projekte erfolgreich sabotiert. Mut und Klugheit hatte sich Karl auch für die politischen Auseinandersetzungen in den Nachkriegsjahren bewahrt und vermittelte sie der neuen Generation von Antifaschisten. Dietrich blieb diesen Tugenden treu. 1974 war er in die VNN Bda eingetreten und entwickelte lange Jahre als Vorsitzender im engen Kreis mit Karl und dessen Frau Hilde, seiner Frau Silvia und andern die VVN – Bda in Karlsruhe zu einer tragenden und treibenden Kraft in der Antifa- und der Friedensbewegung. Als Betriebsrat in einer Forschungseinrichtung half er mit, die Initiative der Naturwissenschaftler für den Frieden in Karlsruhe aufzubauen. In den 2000er war er bis zu seinem Tod zusammen mit Studenten und Beschäftigten der Uni aktiv für die Erhaltung der Zivilklauseln für Universitäten und organisierte landesweit den Widerstand gegen deren Abschaffung.

Zentrum seiner Aktivitäten war immer die VVN-BdA. In der schwierigen Zeit zwischen 89 und 91 widerstritt er allen Versuchen, die VVN-BdA an den Mainstream anzupassen. Auf fast allen Bundeskongressen und Landeskonferenzen beeindruckte er mit seinen streitbaren und präzisen Argumentationen für eine prinzipienentreue antifaschistische Politik. Von 2008 bis 2010 war er einer der drei Landessprecher der VVN – Baden Württemberg.

In einem Artikel aus dem Jahr 2009 für die Antifa-Nachrichten schrieb er: „Der für die Landesregierung verantwortliche Minister Peter Frankenberg gießt derweil fleißig Öl ins Feuer. Ende Mai erklärte er laut taz im im Bundesforschungsausschuss, `dass es die Zivilklausel seinethalben überhaupt nicht mehr geben müsse. Die Beibehaltung für den ehemaligen Forschungszentrumsteil habe er sich vom Bund diktieren lassen. ´ Grundsätzlich sei er aber der Meinung, `in einem demokratischen Rechtsstaats mit einer demokratischen Armee sei eine Zivilklausel nicht notwendig. ´“ Er folgerte in dem Artikel: „Im Klartext heißt diese Position: Militärisch ist friedlich. Die demokratische Armee verfolgt nur friedliche Zwecke. Sie schützt die Bürger, egal wie und wo. Wenn der demokratische Rechtsstaat Atomwaffen für erforderlich hält, dann haben Forschung und Rüstungsindustrie dafür zu sorgen. Wenn er es für notwendig hält, seine Soldaten fern der Heimat einzusetzen, kann das nur ein Beitrag zum Frieden sein. Krieg ist Frieden.“

Durch sein unermüdliches Engagement und seine durch hohe Kompetenz ausgezeichneten Sachbeiträge hat er sich große Verdienste um die VVN-BdA, die Antifa- und die Friedensbewegung erworben. Seine Argumente werden uns fehlen.

Helmut Woda (Kreisvereinigung Karlsruhe)

Wir trauern um unser Mitglied Dietrich Schulze

20. Dezember 2019

Gestern verstarb unser langjähriges Mitglied Dietrich Schulze aus Karlsruhe im Alter von 79 Jahren. Er war sowohl im Kreis, als auch viele Jahre im Landesvorstand  der VVN-BdA aktiv. In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt seiner Arbeit in der Auseiuandersetzung mit Forschung für Rüstung an Universitäten.

Er wird uns fehlen. Ein ausführlicher Nachruf folgt.

 

 

 

Karlsruhe 20.12.2019

Liebe Kameradinnen und Kameraden,

 

unser Kreisvorstandsmitglied Dietrich Schulze ist gestern Nachmittag verstorben. Dietrich gehörte zur Gründergeneration des „Bundes der Antifaschisten“ (BdA) und war Jahrzehntelang gemeinsam mit Silvia das Gesicht der VVN-BdA in Karlsruhe. Unermüdlich hat er sich gegen Krieg und Faschismus eingesetzt, für eine Welt des Friedens und der Freiheit, wie es im Schwur von Buchenwald heißt. Maßgeblich geprägt wurde er durch den Widerstandskämpfer Karl Wagner. Mit dem Tod von Silvia und Dietrich in diesem Jahr beginnt für unsere Kreisvereinigung eine neue Ära. Es liegt an uns allen – und ist sicherlich auch im Sinne der beiden -, dass wir unsere Kreisvereinigung im kommenden Jahr gemeinsam stärken, für die Kämpfe, die anstehen.

 

Nähere Informationen zu Ort und Zeitpunkt der Beerdigung sind noch nicht bekannt.

 

Mit antifaschistischen Grüßen

Jens Kany

 

Das Friedensforum Freiburg solidarisiert sich mit der VVN-BdA

16. Dezember 2019

Das Friedensforum Freiburg hat sich bereits Ende November mit der VVN-BdA solidarisiert und fordert von Finanzminister Olaf Scholz den Entzug der Gemeinnützigkeit zurück zu nehmen.

Die Erkläung:

 

Erklärung des Freiburger Friedensforums zur Aberkennung der Gemeinnützigkeit des Bundesverbandes der VVN-BDA ( Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten ) Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit des Bundesverbandes der VVN-BdA ist ein perfider Angriff auf alle antifaschistische Organisationen und alle Demokratinnen und Demokraten. In einer Zeit, in der Neonazis und Rassisten immer aggressiver gegen Migrantinnen und Migranten und ihre politischen Gegnerinnen und Gegner vorgehen und dabei nicht einmal vor Morden Halt machen, ist der Entzug der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA ein verheerendes politisches Signal.

Wir erinnern: Es waren die Überlebenden der Konzentrationslager und Gefängnisse, welche die VVN-BdA 1947 gründeten. Sie ist seitdem die größte, älteste, überparteiliche und überkonfessionelle Organisation von Antifaschistinnen und Antifaschisten in Deutschland. Zugleich vertritt sie die Interessen von Verfolgten und Widerstandskämpfern, sowie deren Nachkommen, tritt für Frieden und Völkerverständigung ein und hat gegen große gesellschaftliche Widerstände wesentlich dafür gesorgt, dass die Verbrechen des Naziregimes nicht in Vergessenheit geraten sind. Wer Antifaschistinnen und Antifaschisten nun die Gemeinnützigkeit entzieht oder dies als politischer Entscheidungsträger zulässt, beschmutzt das Wirken der Holocaust-Überlebenden und Widerstandskämpfer auf eine nicht zu entschuldigende Art und schwächt die demokratischen Kräfte.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) ist nunmehr noch dringender gefordert, endlich dafür Sorge zu tragen, dass die Gemeinnützigkeit von Organisationen wie der VVN-BdA, dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac und dem Kampagnennetzwerk Campact wiederhergestellt wird. Tut er das nicht, lässt er zu, dass demokratische Organisationen, die zum gesamtgesellschaftlichen Gemeinwohl beitragen, mundtot gemacht werden und ermöglicht Neonazis und Rassisten aller Couleur einen triumphalen Erfolg.

 

Freiburg, den 28.November 2019

 

 

Solidaritätserklärung der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten in Baden-Württemberg mit der VVN-BdA

16. Dezember 2019

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Baden-Württemberg fordert in einem offenen Brief an Finanzminister Olaf Scholz, dass die VVN-BdA gemeinnützig bleiben muss.

 

 Stuttgart, 14. Dezember 2019

Sehr geehrter Herr Bundesminister Scholz,

mit großem Befremden hat der Sprecherrat der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und
Gedenkstätteninitiativen in Baden Württemberg, der über 80 große und kleine Gedenkstätten vertritt,
zur Kenntnis genommen, dass ein Finanzamt in Berlin dem Landesv erband der Vereinigten der
Verfolgten des Naziregimes (VVN) die Gemeinnützigkeit entzogen hat und die Arbeit mit
horrenden Steuernachforderungen bedroht.
Wie kann einer Organisation, die den Kampf gegen
den Rechtsextremismus führt, die
Gemeinnützigkeit entzogen werden?
Die VVN hat sich 1947 als eine der ersten Opferverbände als Zusammenschluss von politischen
Verfolgten des NS Regimes gebildet. Die VVN setzt sich seit Jahrzehnten gegen faschistische und
rassistische Tendenzen in der Bundesrepublik ein un d vor Ort ist sie mit anderen Gedenkstätten
häufig ein wichtiger Kooperationspartner. Soll der Kampf gegen den wachsenden Einfluss der
rechtspopulistischen und rechtsextremen Kräfte in Deutschland weiter geschwächt werden? Der
Sprecherrat kann die Entscheidung dieser Steuerbehörde in Berlin nur so verstehen. Wo kämen wir
in Deutschland hin, wenn eine staatliche Behörde solch eine gravierende Entscheidung fällt und
damit den Kampf gegen rechts schwächt.
Wir appellieren an Sie als zuständiger Bundesminister, das die höchst fragwürdige Entscheidung zur
Aberkennung der Gemeinnützigkeit des VVN Landesverbands Berlin rückgängig gemacht wird
und entsprechende Gesetzesänderungen getroffen werden, damit solchen Entscheidungen bei
einzelnen Steuerbehörden einen Rie gel vorgeschoben wird. Die antifaschistische Arbeit der VVN
gegen Rechts muss weiterhin gemeinnützig bleiben.

Mit freundlichen Grüßen
i.A. Sprecherrat

Gertrud Graf

 

https://www.gedenkstaetten-bw.de/lagg

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