Heinz Hummlers Ansprache am 76. Jahrestag der Befreiung

11. Mai 2021

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Gedenkveranstaltung.

Heute ist der 76. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus in ganz Europa. Am 8. Mai 1945 siegte die Anti-Hitler-Koalition über Nazi-Deutschland und beendete damit den vom deutschen Faschismus entfesselten 2. Weltkrieg.

Für Millionen Menschen kam dieser Tag zu spät. Juden , Sinti und Roma, politische Gegner aus humanistischer, kommunistischer, sozialdemokratischer oder christlicher Überzeugung, Homosexuelle, Behinderte, sowjetische und polnische Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge aus ganz Europa waren bis dahin in den Vernichtungslagern der Nazis und von der Nazi-Justiz gequält und ermordet worden.

Befreiend war dieser Tag, nicht nur für die aus Konzentrations- und Vernichtungslagern befreiten Männer, Frauen und Kinder, erlösend war er auch für unzählige Menschen, hier und in den von der deutschen Wehrmacht okkupierten Ländern, die aus Kellern und Bunkern hervor kriechen konnten, um nach ihren Lieben zu suchen oder sie wenigstens beerdigen zu können, die froh waren, das Inferno des Krieges überlebt zu haben.

Ich bin mir bewusst dass ich heute über Vorgänge aus unserer Geschichte rede, welche viele vergessen wollen, manche verdrängt und etliche nie gehört haben.

Die diesjährige Veranstaltungsreihe beginnt hier an einem Ort an dem die Justiz der Nazis während des II. Weltkrieges mehrere hundert Menschen aus nichtigen Gründen umbringen ließ. Im Hof dieses Gerichtes starben über 450 Menschen aus vielen Ländern Europas unter der immer wieder extra dafür aufgestellten Guillotine.

Zum Bedauern der Hinterbliebenen ist die hier an der Mauerkrone eingemeiselte Inschrift der einzige vage öffentliche Hinweis auf die hier im Hause stattgefundenen Verbrechen. Erst seit dem Jahr 2019, also 74 Jahre nach Kriegsende, gibt es wenigstens im Innern eine Dauerausstellung „NS-Jusiz in Stuttgart“.

Übertroffen wird diese Verniedlichung von Naziverbrechen für mich allerdings bei weitem durch das was ich beim Besuch der Hinrichtungsstätte meines Vaters in der so genannten Nachwendezeit im Zuchthaus Brandenburg-Görden erleben musste. In dieser, sich noch im Betrieb befindlichen JVA war es nur möglich, nach besonderer Anmeldung, die innerhalb liegende Gedenkstätte in Begleitung eines Betreuers zu besuchen.

Dort wurden bis Ende April 1945 1722 Nazi-Gegner umgebracht.

Vor der JVA kein Hinweis auf die Gedenkstätte mit dem noch vorhandenen Fallbeil. Dafür steht aber, an öffentlich zugänglicher Stelle vor dem Tor eine Tafel mit der Inschrift „Den Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft 1945 – 1989“.

Ich war empört über diese Art von Nicht-Aufarbeitung der Nazivergangenheit, zugunsten des aktuellen politischen Main-Streams.

Dazu ein weiteres Beispiel:

Alle in Stuttgart beteiligten Richter wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in Spruchkammerverfahren entlastet oder als Mitläufer qualifiziert und machten abermals Karriere im Justizdienst. Die einzige Ausnahme war der zu 6 Jahren Zuchthaus verurteile Vorsitzende des hier ansässigen Sondergerichts, Hermann Cuhorst, unter dem über 200 Todesurteile verhängt und vollstreckt wurden. Aber schon 1950 wurde er unter der Adenauer-Regierung begnadigt .

Wir wissen, dass das was hier geschah nur einen kleinen, ja fast winzig kleinen Teil der Verbrechen umfasste, welche im Namen Deutschlands von den Nazis begangen wurden. Manche der Opfer konnten es kaum fassen, warum und wofür sie umgebracht werden sollten. Viele verbanden aber auch ihren Tod mit der Hoffnung auf ein besseres Deutschland nach dem Ende der Nazi-Diktatur.

So schrieb mein Vater vor seiner Hinrichtung in einem letzten Brief an meine Mutter: „Wenn dann eine andere Zeit kommt, dann weißt Du ja, wohin Du Dich wenden musst und kannst sagen für was ich gefallen bin und es wird Dir bestimmt Hilfe“.

Mehr als 55 Millionen Tote sind eine Bilanz, die alle bisherigen Dimensionen sprengt, weshalb dieser Tag nie vom bedeutsamsten Platz in der Skala unserer Erinnerungen verdrängt werden darf. Die Überlebenden des KZs Buchenwald schworen am 19. April 1945 nach ihrer Befreiung auf dem Appellplatz des KZs:

Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig“

Dieser Erklärung folgte keine wie auch immer geartete Aufarbeitung. Im Gegenteil – schon wenige Jahre später wurden in der BRD Verfolgte des Naziregimes von dem, aus ehemaligen Nazis gebildeten sogenannten Verfassungsschutz beobachtet und von einer ohne Unterbrechung weiterbestehenden Justiz wegen ihrer politischen Gesinnung verfolgt.

„Über den 8. Mai wissen viele Deutschen nichts“ stand vor einigen Jahren in den Stuttgarter Nachrichten.

Ja woran liegt das nur? Wer hat es ihnen verschwiegen? Die Schule? Die Medien? Die Politik? Und warum ist der Tag der Befreiung noch immer kein Feiertag?

Die 12 Jahre Naziherrschaft in Deutschland waren kein Betriebsunfall und erst recht kein Vogelschiss in der deutschen Geschichte. Hitlerdeutschland war nicht ein Unrechtsstaat wie jeder andere x-beliebige.

Der von den Nazis geplante und angefangene II. Weltkrieg mit zig Millionen Toten, die systematische Liquidierung von über 6 Millionen Menschen in den Gasöfen der Vernichtungslager, die gezielte Ausrottung von Hunderttausenden Andersdenkenden, Andersartigen oder Andersgläubigen, sind das größte Verbrechen in der Geschichte der Menschheit.

Deshalb kommt auch jeder Vergleich mit anderen Exzessen nur einer Verharmlosung des deutschen Faschismus gleich.

Als die Nazi-Justiz meinen Vater und seinen Freund Max Wagner zum Tode verurteilte, erhielten wir die Todesnachricht mit dem Vermerk „Die Veröffentlichung einer Traueranzeige ist nicht erlaubt“. Für mich, den damals 12-jährigen Jungen war dies der endgültige Offenbarungseid eines Regimes von Verbrechern.

Die deutsche Justiz aber, genauer gesagt die bundesdeutsche Justiz, hat nie die Konsequenzen aus ihren Untaten während der Naziherrschaft gezogen. Kein einziger Nazi-Jurist, und auf das Konto der Nazijustiz gehen 60- bis 80-Tausend Todesurteile, wurde jemals von einem bundesdeutschen Gericht für seine Untaten belangt! Dies aufzuarbeiten ist dringend notwendig, Gerade wir Deutschen dürfen es nicht dulden, dass nur dem Teil unserer Vergangenheit Beachtung geschenkt wird, der den in unserem Land Herrschenden genehm ist? Die erste Schlussfolgerung an diesem Jahrestag kann nur heißen:

NIE WIEDER FASCHISMUS!

Als 9-jähriger Bub erlebte ich,wie in den Sondermeldungen im Radio am 22. Juni 1941 behauptet wurde, die deutsche Wehrmacht hätte. um einem plötzlichen russischen Angriff zuvorzukommen mit dem Einmarsch in die Sowjetunion begonnen.

Nachdem 1940 noch gesungen wurde: Siegreich wolln wir Frankreich schlagen, sterben als ein tapferer Held, sang man im Radio jetzt: Von Finnland bis zu Schwarzen Meer, vorwärts nach Osten du stürmend Heer – Führer befiehl wir folgen dir.

Seit diesem Sommer 1941, also seit nunmehr bald 80 Jahren, beginnend mit den Nazis, behaupten die jeweils Regierenden hierzulande, die Russen würden bei uns bedrohen und wollten bei uns einmarschieren.

Mit dieser Begründung wurde die Bundeswehr geschaffen, ging man in die NATO, führte als Teil dieser Nato einen Angriffskrieg auf das damalige Rest-Jugoslawien, obwohl unser Grundgesetz genau einen solchen ausdrücklich verbietet.

Die Gefahr, dass die militärische Umzingelung Russlands und Chinas und das Kriegsgeschrei der Nato zu einem neuen Krieg führen kann, steigt von Tag zu Tag.

Kriege brechen nicht aus, etwa wie ein Vulkan ausbricht. Man schliddert auch nicht nur so mal hinein, sondern Kriege werden geplant und sie werden aus meist durchsichtigen Gründen planmäßig angefangen, und Menschen kommen darin nicht einfach nur um, sie werden vorsätzlich umgebracht

Der erste Weltkrieg war schon lange vorbereitet als die Schüsse in Sarajewo fielen. Hitler hatte seinen Krieg schon mit dem Eingreifen der Legion Condor in Spanien, der Annektierung Österreichs und der Besetzung der Tschechoslowakei – übrigends mit Duldung der Westmächte, und lange vor dem angeblichen polnischen Überfall auf den Sender Gleiwitz geplant.

Der von den USA ausgelöste Tonking-Zwischenfall vor Vietnam, die angeblich aus Brutkästen gerissenen Kinder in Kuweit, die erfundenen Massenvernichtungswaffen des Saddam Hussein, die Kriegslügen reihen sich aneinander wie Perlen an einer Schnur.

Seit mehr als 70 Jahren gilt bei uns nun das Grundgesetz. Darin steht: Handlungen, die das friedliche Zusammenleben der Völker stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.

Da fragt man sich, in welchem Gesetz die Strafe für das Führen eines Krieges festgelegt ist, wenn schon die Vorbereitung strafbar sein soll.

Alle Regierungen, welche die BRD je hatte haben bisher diesen Verfassungs-Auftrag ignoriert.

Und das Bundesverfassungsgericht hat nie einen Termin für ein solches Gestz verlangt. Für das Verbot der KPD, in der viele der Naziopfer organisiert waren, und die konsequent gegen die Wiederaufrüstung kämpfte, war es allerdings der Regierung Adenauer schon zu Diensten. Die zweite Forderung an diesem Tag ist deshalb:

NIE WIEDER KRIEG !

Die Verbrechen des deutschen Faschismus, seine Ideologie der Vernichtung seiner politischen Gegner, der Liquidierung Andersrassischer, der Versklavung so genannter Untermenschen und der Entfesselung eines Weltkrieges mit dem Ziel des Sieges der sich selbst ernannten Herrenmenschen, dürfen nicht länger bagatellisiert und mit dem Mantel des Vergessens zugedeckt werden.

Als Sohn eines von der Nazi-Justiz zum Tode verurteilten und hingerichteten Widerstandskämpfers, dem das Andenken an seinen Vater Verpflichtung ist, komme ich nicht umhin festzustellen, dass nicht nur die Rolle der deutschen Justiz bei den Verbrechen der Nazis immer ausgeblendet, sondern der politische Widerstand dagegen immer stärker kriminalisiert wird, um so Rechts und Links gleich zu setzen.

Dies unter dem Begriff des Extremismus zu verstecken, wirkt, bezogen auf den deutschen Faschismus und dessen Geisteshaltung, nicht anders als verharmlosend.

Faschismus war und ist keine Meinung, und schon gar keine auf die man einen Rechtsanspruch hat,

Faschismus – und das hat er mit den 55 Millionen Toten bewiesen – ist das organisierte Verbrechen.

Dies ist mit nichts Anderem vergleichbar!

Und seine Protagonisten waren, sind und bleiben Verbrecher.

Die Erinnerung daran wurde so gut wie nie von Regierungen oder Parlamenten betrieben oder aufrechterhalten, sondern blieb Einzelinitiativen überlassen.

Und die mussten immer darum kämpfen.

Das war so beim Mahnmal am Alten Schloss,

bei der Inschrift hier am Landgericht

bei den Stolpersteinen,

beim Deserteursdenkmal

und beim Hotel Silber.

Der größte deutsche Dichter des 20. Jahrhunderts, Berthold Brecht,schrieb 1952:

Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen,
damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde!
Lasst uns die Warnungen erneuern,
und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind!“

Wir mahnen hier und heute, an diesem 8. Mai:den in den Öfen von Auschwitz und den anderen Vernichtungslagern verbrannten Menschen,

den massakrierten Geiselopfern von Sant’Anna di Stazzema in Italien,

um nur eines von Hunderten Massakern der Nazi-Wehrmacht zu nennen,

den in der Atomhölle von Hiroshima zerschmolzenen Frauen, Kindern, Greisen,

den europaweit wegen ihres Widerstands gegen den Faschismus Ermordeten aus allen Ländern,

können wir nur gerecht werden,

wenn wir lauter als je zuvor,

immer und überall in unserem Land sagen und verlangen:

Nie mehr und nirgendwo – weder Faschismus noch Krieg

Unser Auftrag: Antifaschismus! Solidarität! Frieden!

6. Mai 2021

8. Mai 2021 – 76. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg

Auch in Stuttgart wird den 76. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg gefeiert.

14.00 Uhr Auftakt Landgericht Stuttgart (Urbanstraße 20)

  • Redebeitrag von Heinz Hummler (Zeitzeuge, dessen Vater im Widerstand war und von den Faschisten ermordet wurde)
  • Redebeitrag vom AABS (Antifaschistisches Aktionsbündnis)

Demonstration

Zwischenkundgebung am Gedenkort Hotel Silber (ehemalige Gestapo-Zentrale)

  • Redebeitrag von Elke Banabak (Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V.)

15.00 Uhr Abschlusskundgebung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus (Stauffenberg-Platz)

  • Redebeitrag von Martin Kunzmann (DGB-Landesvorsitzender)
  • Redebeitrag von Ilse Kestin (VVN-Landessprecherin)
  • Redebeitrag von Henning Zierock (Gesellschaft Kultur des Friedens)
  • Redebeitrag von Anthony Nicola Cipriano (SDAJ)
  • Kulturbeiträge: u.a. Theodorakis Ensemble mit Mauthausen-Kantate

Bitte haltet euch an die Hygiene- & Schutzmaßnahmen am Kundgebungsort, damit alle Interessierten an der Veranstaltung teilnehmen können!

Wir fordern: Der 8. Mai muss endlich Feiertag werden!

5. Mai 2021

Am 8. Mai 1945 wurde das Nazi-Regime durch den militärischen Sieg der Anti-Hitler-Koalition – der Streitkräfte der Alliierten, der Partisaninnen und Widerstandskämpferinnen – über die Wehrmacht zerschlagen. Wir erinnern an die Befreiung Europas vom deutschen Faschismus und an die Befreier. Mit besonderer Dankbarkeit erinnern wir an die mutigen Männer und Frauen die dem Nazi-Regime auch in Deutschland Widerstand geleistet haben.

Terrorherrschaft, Vernichtungskrieg und Völkermord hatten mehr als 60 Millionen Menschen das Leben gekostet. Ihrer aller gedenken wir an diesem Tag.

Wie in jedem Jahr finden in diesen Tagen viele Gedenkveranstaltungen statt, an denen wir uns nach Kräften beteiligen. Dabei ist uns wichtig, dass Erinnerung und Gedenken nicht folgenlos bleiben dürfen. Gemeinsam müssen wir Nazis und Rassist:innen entschieden entgegentreten – auf der Straße, in den Parlamenten und in den Institutionen!

· Gemeinsam mit den Angehörigen der Ermordeten von Hanau und anderer Opfer von Nazi-Gewalt fordern wir: Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung, Konsequenzen!

· Wir fordern systematische unabhängige Aufklärung über rechte Netzwerke in Polizei, Bundeswehr und Geheimdiensten.

· Wir fordern erneut das Verbot und die Auflösung aller (neo-)faschistischen Organisationen und die sofortige Auflösung von Ersatzorganisationen!

· Wir treten für die Stärkung der internationalen Institutionen ein, die nach der Niederringung des Naziregimes durch den Sieg der Anti-Hitler-Koalition entstanden sind, allen voran die UNO, in deren Vollversammlung jedes Land eine Stimme hat. Sie muss eine wichtige Rolle bei der Lösung aktueller und kommender Krisen und Konflikte spielen.

· Mit unseren Freund:innen in der FIR setzen wir uns ein für ein Europa, das für eine Friedenspolitik eintritt, die nicht auf hegemonialer Dominanz in der Außenpolitik, sondern auf nichtmilitärischer Konfliktlösung beruht. Das schließt die Militarisierung der EU aus.

· Wir fordern die Auslandseinsätze der Bundeswehr und den Export von Waffen, Waffentechnologie und -Fabriken zu beenden. Dies gilt auch für multinationale Produktionen.

· Wir fordern ein Ende der Abschottung Europas gegen Menschen auf der Flucht. Das beginnt mit der Aufnahme von Geflüchteten aus Griechenland in den Städten und Gemeinden, die sich dazu bereiterklärt haben, mit der Auflösung der Elendslager auf den Inseln und dem Verzicht auf Abschiebehaft. Frontex muss aufgelöst und durch Seenotrettung ersetzt werden.

· In einer Welt, in der alle Grenzen für Waren- und Kapitalverkehr offen stehen, müssen auch die Grenzen für Menschen in Not offen sein. Wir arbeiten mit allen zusammen, die dafür eintreten.

Für uns bleibt das Vermächtnis der Überlebenden der Konzentrationslager, wie sie es im „Schwur von Buchenwald“ formuliert haben: „Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln, Schaffung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit“, eine politische Verpflichtung für heute und morgen: einzutreten für umfassende politische und soziale Menschenrechte, für Frieden, Freiheit und Demokratie.

In diesem Sinne fordern wir gemeinsam mit unserer Ehrenpräsidentin Esther Bejarano:

„Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes.“

Mehr als 125.000 Menschen haben diesen Appell bereits unterstützt – es ist an der Zeit

Der 8. Mai muss Feiertag werden!

Wer unsere Forderung unterstützen will, kann hier die Petition unterschreiben: Change.org/8Mai

Am 8. Mai auf die Straße zum Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg!

5. Mai 2021

Die Parole lautet: Nie wieder Faschismus! – Nie wieder Krieg!
8. Mai 2021 – 76. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg

Kundgebung +++ Samstag, 8. Mai 2021 +++ 14 Uhr +++ Holzmarkt ,Tübingen

Am 8. Mai 1945 kapitulierte das faschistische Deutschland. Das besiegelte das Ende des 2. Weltkriegs in Europa sowie den Sieg der Roten Armee und der West-Alliierten. Es besiegelte die Befreiung der Bevölkerung vom faschistischen Terror und Krieg.

Der deutsche Faschismus, den seine Vertreter „Nationalsozialismus“ nannten, ist verantwortlich für die bisher größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte: Im Besonderen die systematische Vernichtung der Jüdinnen und Juden Europas, der Sinti*zze und Roma*nja, der Menschen mit Behinderung und homosexuellen Menschen, sowie die massenhafte Ermordung von Widerständigen, Kommunist*innen und Kriegsgefangenen und die fast vollständige Liquidierung jeder politischen Opposition und kritischen Intelligenz im Inland und in den eroberten Ländern.

Diese Ereignisse stehen in der Geschichte ohne Beispiel da. Sie haben mindestens 55 Millionen Menschenleben gefordert. Über 6 Millionen Menschen jüdischer Abstammung wurden von den Nazis verschleppt, versklavt, misshandelt, zu Tode geschunden, erschlagen, erschossen, vergast und verbrannt. Abertausende Menschen waren darüber hinaus ins Exil getrieben, enteignet und ihrer elementarsten Lebensgrundlagen beraubt worden.

Auch wenn die Nazis von damals heute tot sind, ihre menschenfeindliche Ideologie ist es nicht. Die offene Zustimmung für oder die Ignoranz gegenüber Rassismus, rechter Gewalt und gefährlichen Verschwörungstheorien ist so groß wie schon lange nicht mehr. In dieser Stimmung machen Faschisten Jagd auf Migrant*innen, laufen nahezu unwidersprochen mit tausenden anderen durch Berlin, Leipzig und Kassel und ermorden Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen.

Dem gilt es sich aktiv und organisiert antifaschistisch entgegenzustellen, um die Perspektive einer befreiten Gesellschaft zu formulieren, wie es die Insassen des KZ Buchenwald taten:

„Die Vernichtung des Nazismus ist unsere Losung, der Aufbau einer neuen
Welt, des Friedens und der Freiheit ist das Ziel.“

8. Mai 2021. 76 Jahre nach der Kapitulation des deutschen Faschismus brennt es in Europa.
Die Corona-Pandemie wütet, bringt als kapitalistische Krise verheerende Folgen mit sich, und rechte Krisenlösungen und Bewegungen wie „Querdenken“ gewinnen rasant an Zulauf. Das alles, während sich die EU abschottet und Flüchtende an ihren Grenzen im Elend sterben lässt, rechte bis faschistische Parteien nahezu in allen Parlamenten sitzen und die Schatten des Kalten Kriegs über Europa kreisen.

Frontex führt sogenannte Pushbacks durch, rechte, autoritäre Krisenlösungen und Verschwörungserzählungen haben Hochkonjunktur, rassistische und antisemitische Übergriffe sind trauriger Alltag, die Bundeswehr beteiligt sich weltweit an, als „Friedensmissionen“ getarnten, Kriegseinsätzen.

80 Jahre nach dem faschistischen Überfall auf die Sowjetunion wird der neue Kalte Krieg angeheizt, die Gefahr einer militärischen Konfrontation in Euopa wächst. Die NATO probt im Manöver Defender Europe 21 den Aufmarsch gegen Russland, mit dem Eucom in Stuttgart und dem NATO-Logistik-Kommando in Ulm als Drehscheibe. Deutschland weigert sich, dem Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten. Ausgerechnet im Coronajahr wurde ein Rekordhaushalt für das Militär beschlossen. 53 Mrd.€ werden in diesem Jahr für Bundeswehr und Aufrüstung ausgegeben, während Gelder für das Gesundheitswesen und Pflegepersonal fehlen. Unter dem Deckmantel der Pandemiebekämpfung wird die Bundeswehr im Innern eingesetzt. Bundeswehr-Soldaten sind in rechte Netzwerke verstrickt.

Davon nicht genug, ist die Bundesrepublik durch die enge politische, militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der türkischen AKP/MHP-Regierung, die so kein anderes Land pflegt, eine fundamentale Stütze im Krieg gegen die kurdische Bevölkerung im In- und Ausland.

Der 8. Mai – Ein Symbol für den antifaschistischen Widerstand
Von den Partisan*innen in Italien, über die Brigadas Internacionales in Spanien, den Aufstand im Warschauer Ghetto, die Selbstbefreiung der Häftlinge von Buchenwald bis zum tagesaktuellen antifaschistischen Kampf in Rojava und der Türkei – die Geschichte ist untrennbar mit der des organisierten antifaschistischen und antimilitaristischen Widerstands verbunden. Wenn wir die Geschichte von Faschismus und Krieg ein für alle mal beenden wollen, müssen wir uns zusammen schließen, den Widerstand organisieren und gemeinsam für eine antifaschistische und solidarische Zukunft kämpfen. Im Gedenken an all jene, die ihr Leben durch die Hände der Faschisten verloren haben und in Erinnerung an all jene, die im Kampf gegen Faschismus ihr Leben riskiert haben, wollen wir am 8. Mai Haltung demonstrieren und Position beziehen:

Organisiert antifaschistisch kämpfen – Gegen Krieg – Für eine solidarische und gerechte Gesellschaft – Für eine Welt des Friedens und der Freiheit! – Der 8. Mai muss Feier- und Kampftag werden!

Ein Aufruf von: Antifaschistische Aktion [Aufbau] Tübingen, Friedensplenum Tübingen, Informationsstelle Militarisierung Tübingen, Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus Tübingen und die Region, VVN BdA Tübingen-Mössingen, Women defend Rojava Tübingen

35. Todestag von Walter Vielhauer

4. Mai 2021

Am 19. April 1986 ist der Heilbronner Walter Vielhauer im Alter von 77 Jahren gestorben. Walter Vielhauer wurde als Mitglied und Funktionär der KPD im März 1933 von den Nazis ins KZ gebracht und war in den 12 Jahren des Hitlerfaschismus in Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert. Erst die Befreiung des KZ Buchenwald durch den Häftlingsaufstand und die amerikanische Armee ermöglichten ihm wieder ein Leben ohne Todesdrohung und Folter.

Jahrzehnte war er der Vertreter der VVN-BdA Heilbronn und dadurch einer der namhaftesten Antifaschisten im Kreis Heilbronn.

Deshalb fand am 19. April 2021 eine Gedenkstunde am Grab von Walter Vielhauer statt. Die Rede von Konrad Wanner und einen Link zum Film dazu findet Ihr auf der Homepage der VVN-BdA Heilbronn.

Hans Gasparitsch

30. März 2021

Am 30. März 2021 wäre Hans Gasparitsch – Widerstandskämpfer und ehemaliger Häftling der KZ Dachau und Buchenwald – 103 Jahre alt geworden.
Als Jugendlicher leistete Micha (so sein Tarnname) mit der „Gruppe G“ (=Gemeinsam) in Stuttgart Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Kurz nach einer Malaktion („Hitler = Krieg“ und „Rot Front“) im Schlossgarten im März 1935 wurde der 17jährige verhaftet und zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Insgesamt über 10 Jahre musste er als junger Mensch in Gefängnissen und Konzentrationslagern verbringen, bis er schließlich im April 1945 die Befreiung im KZ Buchenwald erleben durfte. Die in den Konzentrationslagern neben all der Schrecken erlebte Solidarität unter den Häftlingen prägte ihn für sein restliches Leben und er blieb bis zu seinem Tode im Jahr 2002 ein überzeugter Antifaschist im Sinne des „Schwurs von Buchenwald“.
Hans Gasparitsch war/ist für mich ein sehr beeindruckender Mensch – nicht nur als Zeitzeuge bzw. NS-Verfolgter. Das erste Mal erlebte ich ihn Anfang Juni 1994 in Buchenwald auf einem bundesweiten Gedenkstättenseminar. Besser kennen lernen durfte ich ihn dann im Januar 1996 in Münster. Er war auf meine Einladung hin als Zeitzeuge in unsere Universität gekommen, um über seine mehr als erlebnisreiche Geschichte zu berichten (siehe Foto). Nach diesem „Zeitzeugengespräch“ in Münster trafen Hans und ich uns leider nur noch wenige Male, aber wir blieben uns freundschaftlich verbunden. Nicht zuletzt auch, da wir manche Dinge ähnlich sahen und wir auch die Liebe zur Natur teilten bzw. uns Sorgen um unseren Planeten machten. Seine Zuversicht ließ er sich trotz dieser und anderer negativer Entwicklungen nicht nehmen, denn „ohne Hoffnung kann der Mensch nicht leben!“ Ich werde ihn – diesen menschlichen Menschen – nie vergessen und seine Geschichte weiter geben!
Zu seinem 100. Geburtstag: http://www.lagergemeinschaft-buchenwald.de/gasparitsch.htm
Siehe auch: http://www.muenster.org/vvn-bda/z_hans.htm und https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Gasparitsch
Literaturtipp: Christoph Leclaire und Ulrich Schneider: Hans Gasparitsch – Widerstandskämpfer und ehemaliger Häftling der Konzentrationslager Dachau und Buchenwald. Dokumentation zum 100. Geburtstag, hrsg. von der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/Freundeskreis, Bochum 2018.

Die VVN BdA ruft auf : Heraus zum Ostermarsch!

25. März 2021

Abrüsten!
Für den Frieden, für das Klima, für die Menschen!

Samstag, 3. April 2021, 12 Uhr Stuttgart Arnulf-Klett-Platz vor dem Bahnhof

Aufruf zum Ostermarsch 2021
Abrüsten!

Für den Frieden, für das Klima, für die Menschen!

Das letzte Jahr hat gezeigt, wie verletzlich unsere Erde und das Leben der Menschen ist. Der Klimawandel, zu dem das Militär als einer der größten Umweltzerstörer erheblich beiträgt, verursachte zahlreiche Naturkatastrophen.  Eine lange als drohende Möglichkeit vorhergesagte Pandemie stieß vielerorts auf ein unvorbereitet ausgestattetes und auf Gewinnoptimierung zusammen gespartes Gesundheitswesen und forderte und fordert weiter zahlreiche Opfer.  In weiten Teilen der Welt ist die Ernährungssituation prekär. Hunger, Armut und Krieg zwingen Millionen zur Flucht.  
Angesichts dieser Herausforderungen wirken die parallel dazu bewusst und planvoll betriebene militärische Hochrüstung und die vielen unvermindert opferreich und grausam geführten Kriege als Brandbeschleuniger.  

Gesundheit statt Rüstung!

Ausgerechnet zu einem Höhepunkt der Coronapandemie im Dezember, als die Intensivstationen sichtbar überlastet und unterfinanziert waren, stieg der Rüstungshaushalt auf eine Rekordsumme von  53 Mrd Euro (einschließlich der in anderen Haushaltstiteln verstecken Posten) – bei gleichzeitiger Senkung der Ausgaben für Gesundheit um 5,95 Milliarden Euro!  Es ist mehr als zynisch, wenn die Bundesregierung in ihr „Konjunktur- und Zukunftspaket“ zur Bekämpfung der Coronapandemie 3,2 Mrd. für die Aufrüstung der Bundeswehr einstellt.

Eine solche Politik ist obszön.  
 
Weg mit den Atomwaffen!

Fassungslos stehen wir vor der Tatsache, dass weltweit 1800 Atomwaffen in ständiger Bereitschaft gehalten werden. Der Einsatz eines Bruchteils von ihnen würde alles Leben auf der Erde auslöschen. Gleichzeitig wurden auf Initiative der USA nahezu alle noch gültigen Rüstungskontrollverträge gekündigt. Der am 22.Januar diesen Jahres in Kraft getretene UNO Atomwaffenverbotsvertrag dagegen, wurde weder von den USA noch den NATO-Staaten, noch von allen anderen  Atomwaffen-Staaten unterschrieben. Doch statt den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen, will die Bundesregierung 138 neue Kampfflugzeuge anschaffen. Darunter sind 30 F-18 Kampfjets, die für den Einsatz von US- Atomwaffen im Rahmen der so genannten „Nuklearen Teilhabe“ vorgesehen sind.

Schluß mit dem Säbelrasseln!

Wir sehen mit Sorge eine zunehmend aggressiver werdende politische Rhetorik vor allem gegenüber Russland und China. Diese wird begleitet von einer militärischen Einkreisungspolitik: durch die Ausdehnung der NATO, Manöver und Truppenaufmärsche in Osteuropa und im Südchinesischen Meer.  Das führt zu einer Eskalation der militärischen Provokationen durch immer ausgedehntere militärische Machtdemonstrationen. Die Bundeswehr befindet sich in zahlreichen Auslandseinätzen. In Afghanistan bleibt die Bundeswehr trotz Verhandlungen und US-Truppenabzug weiter militärisch aktiv. Der Bundeswehreinsatz in Mali wurde auf die gesamte Sahelregion ausgeweitet. Innerhalb der EU treibt die Bundesregierung gemeinsam mit Frankreich den Ausbau der EU als eigenständige geopolitisch agierende Militärmacht weiter voran.

Umdenken!

Es ist höchste Zeit, sich auf die wirklichen Probleme zu konzentrieren, anstatt der Wahnidee nachzulaufen, irgendeine Menschheitsbedrohung könne durch Waffen, Militär und Krieg gelöst werden! 

Wir brauchen ein Umdenken.
Wir brauchen eine neue Politik der Zusammenarbeit statt der Konfrontation!
Wir brauchen diplomatische und politische Methoden der Konfliktbewältigung, statt ständig neue Kriegs- und Militäreinsätze.

Wir fordern:

•  Abrüsten statt aufrüsten! Kein Geld für Waffen und Militär, sondern für Bildung, Gesundheit, ein solidarisches Sozialsystem, für zivile internationale Solidarität zur Angleichung der weltweiten Lebensverhältnisse auf einem menschenwürdigen Niveau.
•  Beendet den atomaren Wahnsinn! Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag und Initiativen zu seiner Durchsetzung! Abzug der Atomwaffen aus Deutschland!
•  Eine neue Entspannungspolitik weltweit! Schluss mit dem militärischen Aufmarsch nach Osten. Brücken für Menschen, nicht für Panzer! 
•  Fluchtursache Krieg überwinden. Sichere Häfen für Flüchtlinge!
•  Rüstungsexporte stoppen! Konversion von Rüstungsunternehmen und militärischen Liegenschaften!
•  US-Kommandozentralen EUCOM und AFRICOM schließen!
•  Sofortige Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr! 
•  Austritt aus der NATO mit dem Ziel ihrer Auflösung. 
•  Kein Ausbau der EU zur Militärunion! (PESCO)
•  Mehr Friedensbildung!
Keine Bundeswehr in Bildungseinrichtungen, auf Ausbildungsmessen und in unserem Stadtbild. Kein Werben fürs Sterben – keine Normalisierung des Militärs!
Deshalb rufen wir auf zum Ostermarsch!

Es rufen auf (Stand 3.3.2021)

Arbeitskreis Stuttgart 21 ist überall
Attac Regionalgruppe Schorndorf
Attac Stuttgart
aufstehen Ortsgruppe Stuttgart und Ludwigsburg
Bruchsaler-Friedensinitiative
DFG-VK Stuttgart
DGB Stadtverband Stuttgart
DIDF Jugend Stuttgart
DIDF Stuttgart (Freundschafts-und Solidaritätsverein Stuttgart e.V.
DIE LINKE Landesverband Baden-Württemberg
DIE LINKE Kreisverband Stuttgart
DKP Baden-Württemberg
DKP Rems Murr
DKP Stuttgart
Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba Regionalgruppe Stuttgart
Friedensinitiative Schorndorf
Friedensplenum / Antikriegsbündnis Tübingen e.V.
Friedensbündnis Esslingen
Friedensbündnis Karlsruhe
Friedenstreff Bad Cannstatt
Friedenstreff Stuttgart-Nord
Gesellschaft Kultur des Friedens
Informationsstelle Militarisierung (IMI)
Naturfreunde Stuttgart e.V
Ohne Rüstung Leben
pax christi Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart
Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Stuttgart
Stuttgarter Krisenbündnis
Vaihingen Ökologisch Sozial (VÖS)
ver.di-Bezirk Stuttgart
ver.di-Ortsverein Stuttgart.
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten Baden Württemberg e.V. (VVN-BdA)
Wählervereinigung Tübinger Linke e.V
Waldheim Gaisburg e.V.
Waldheim Stuttgart e.v. „Clara Zetkin Haus“
Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften


Gökay Akbulut, MdB, DIE LINKE
Michel Brandt MdB Die Linke
Heike Hänsel MdB Die Linke
Reiner Hofmann,Stuttgart
Tobias Pflüger MdB Die Linke
Reinhard Püschel, DKP-Stadtrat Heidenheim
Bernd Riexinger MdB Die Linke
Paul Russmann, Beirat Ohne Rüstung Leben.
Jessica Tatti, MdB Die Linke
Lydia und Thomas Trüten, Esslingen

Auch die Bundesvereinigung der VVN-BdA ist wieder gemeinnützig!

25. März 2021

Finanzamt rudert zurück – VVN-BdA ab 2019 wieder gemeinnützig!
Der erste Schritt ist getan: Über unsere Anwälte erreichte uns heute die Mitteilung des Finanzamtes für Körperschaften I in Berlin für das Jahr 2019: die VVN-BdA ist wieder gemeinnützig.

Das ist ein gutes und wichtiges Signal für den Antifaschismus in diesem Land!
Zur Begründung teilt das Finanzamt mit, die Gemeinnützigkeit könne „nach eingehender Prüfung“ gewährt werden, da die Bundesvereinigung der VVN-BdA im Jahr 2019 im Verfassungsschutzbericht des bayerischen Geheimdienstes nicht mehr als „extremistische Organisation“ eingestuft sei. Aufgrund der geänderten Einstufung stehe der Paragraph 51 der Abgabenordnung der Anerkennung der Gemeinnützigkeit „nicht im Wege“.

Die VVN-BdA wertet das als Signal, dass die Vernunft siegen wird und wir sind jetzt zuversichtlich, bald auch eine positive Nachricht für die Jahre 2016-18 zu erhalten.

An dieser Stelle bedanken wir uns schon einmal bei allen, die uns bei dieser schwierigen und langen Auseinandersetzung unterstützt haben! Durch die große Solidarität, die verstärkte Öffentlichkeit und den lauten Protest von Vielen wurde deutlich, welche Bedeutung die VVN-BdA in diesem Land bis heute innehat, und dass Antifaschismus eine breite gesellschaftliche Basis hat.

Gemeinsam sind wir stark!

10 Jahre faschistischer Brandanschlag in Winterbach – Wir vergessen nicht!

24. März 2021

Samstag, 10. April 2021 von 15:00 bis 17:30 am Bahnhof Winterbach

In der Nacht vom 9. auf den 10. April 2011 überfiel eine Nazigruppe neun Migranten auf einem Gartengrundstück in Winterbach. Nach Schlägen, Tritten, einer mörderischen Hetzjagd und einem Brandanschlag konnten die Betroffenen in letzter Sekunde ihr Leben retten. Der Brandanschlag hatte gezeigt, wohin rassistische Hetze und Gewalt führen können. Zehn Jahre nach dem Brandanschlag wollen wir an die schrecklichen Ereignisse erinnern und Lehren für die heutige Zeit ziehen.

Leider noch aktuell und notwendig: Kampf gegen Rassismus und rechte Gewalt

Wegschauen, Verharmlosen, gewähren lassen, ignorieren oder gar Unterstützen von rassistischer und neofaschister Hetze und Gewalt hat dramatische Folgen. Immer dreister, gewalttätiger, skrupelloser und mörderischer gehen Rassisten und Neofaschisten gegen Andersdenkende vor. Die Saat rechter Ideologien und Hetze geht immer mehr auf und schlägt um in Gewalttaten, wie beim Massaker in Hanau (9 Tote, Februar 2020), dem Anschlag in Halle (2 Tote, Oktober 2019), oder dem Mord an Walter Lübcke (August 2019).

Es geht aber auch anders!

Doch nur von den Entwicklungen im braunen Sumpf zu sprechen, wenn sich der Brandanschlag von Winterbach zum zehnten Mal jährt, wäre einseitig. Seitdem kam es mit der Gründung antifaschistischer Gruppen und Bündnissen, mit vielen Konzerten, Protesten und Demonstrationen zu einer nennenswerten Gegenbewegung. Auch der bundesweite Rechtsruck trägt dazu bei, dass immer mehr junge Leute beginnen, sich gegen Rechts zu engagieren. Um diese positive Entwicklung fortzusetzen müssen wir weiter an rechte Umtriebe erinnern und uns gegen Faschismus und Rassismus zusammenschließen.

Deshalb wollen wir gemeinsam am 10. Jahrestag des Winterbacher Brandanschlags demonstrieren: Für ein solidarisches Gedenken an alle Opfer rechter Gewalt! Für mehr Widerstand gegen Nazis und braune Denkmuster in der Gesellschaft! Für eine Gesellschaft, die keinen Nährboden mehr für Ellenbogendenken, Rassismus und Faschismus bietet! Gemeinsam sind wir unaufhaltsam.

Wie ticken die eigentlich?

22. März 2021

Die Corona Proteste

Am Montag, den 29. März um 19 Uhr lädt die Regionsgeschäftsstelle Pforzheim des DGBs zur online Veranstaltung mit der Journalistin Janka Kluge ein.

Anmelden könnt Ihr Euch unter pforzheim@dgb.de. Anschließend erhaltet Ihr den Link zur Veranstaltung.

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