Wir unterstützen den Vorschlag, die Realschule Obrigheim nach Vinzenz Rose zu benennen!

23. November 2023

Auf unserer Landesdelgiertenkonferenz 2023 haben wir die Geschichts AG der Realschule Obrigheim mit dem Alfred-Hausser-Preis ausgezeichnet. Auf ihre Arbeit hin wurde folgende Petition veröffentlicht (Link):

Sehr geehrte Obrigheimerinnen und Obrigheimer,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Walter,
sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderats Obrigheim,

in den vergangenen Monaten hat sich die Debatte um den Vorschlag zur Umbenennung der Realschule Obrigheim nach Vinzenz Rose vom Wesentlichen entfernt.

Die Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrer der Geschichte-AG sehen sich wegen ihrer Initiative Anfeindungen und Unterstellungen ausgesetzt: In Leserbriefen, in Kommentaren im Internet und in Ortsgesprächen wird ihnen die Ernsthaftigkeit des Anliegens abgesprochen und der Vorwurf der Instrumentalisierung erhoben. Vereinzelt kommt es sogar zu rassistischen Relativierungen.

Das wollen wir nicht hinnehmen!

Daher zum Wesentlichen:

Vinzenz Rose war Häftling des KZ-Außenlagers Neckarelz und musste Zwangsarbeit im Obrigheimer Gipsstollen im Rahmen der Rüstungsproduktion von Daimler-Benz leisten. Von dort gelang ihm die Flucht. In den 1970er Jahren setzte er sich für die Rechte seiner Minderheit ein, insbesondere für Entschädigungsleistungen an die deutschen Sinti. 1974 finanzierte er selbst das erste Mahnmal in Auschwitz, das an den Völkermord an den europäischen Sinti und Roma erinnert. Er wurde zu einem Pionier der Bürgerrechtsbewegung. 1978 wurde er dafür mit dem Bundeverdienstkreuz ausgezeichnet.

Vinzenz Rose ist also nicht nur eine historisch bedeutende Persönlichkeit, sondern hat einen konkreten lokalen Bezug. Der gängigen Tradition gemäß Bildungseinrichtungen nach historisch, regional oder pädagogisch bedeutenden Persönlichkeiten zu benennen, qualifiziert er sich als Namensgeber für die Schule. 

Der Vorschlag, die Realschule Obrigheim nach Vinzenz Rose zu benennen, wurde von der Geschichte-AG mit einer – mittlerweile preisgekrönten – Ausstellung, die überregionale Beachtung fand, überzeugend begründet. Unter dem nachfolgenden Link kann man das auf der Homepage der Schule nachlesen:

https://www.rs-obrigheim.de/index.php/aktivitaeten/273-ausstellung-der-geschichte-ag-der-rs-obrigheim

Begründung

Die Realschule Obrigheim wäre die erste Schule in Deutschland, die den Namen eines deutschen Sinto trägt. Sie würde damit auch ihrem in der Abkürzung RSO formulierten Leitgedanken gerecht: Die Abkürzung steht nicht nur für den Namen der Schule, sondern auch für „Respekt – Sozial – Offen“.

Diese Werte passen zu Vinzenz Roses Leben und seinem bürgerrechtlichen Engagement. Die Geschichte-AG der RSO arbeitet mit ihrer Initiative lokale NS-Geschichte auf und ruft gleichzeitig die alltägliche Diskriminierung, die Sinti und Roma bis heute in ihrem Alltag erfahren, ins Bewusstsein. Mit ihrer Arbeit und Initiative steht sie folglich repräsentativ für die Werte der schulischen Leitgedanken.

Inzwischen hat auch das Kollegium der Schule der Initiative seiner Schüler und Schülerinnen mehrheitlich zugestimmt.

Auch wir nehmen die Arbeit der Geschichte-AG ernst und sehen in ihr ein bemerkenswertes zivilgesellschaftliches Engagement, das Obrigheim außerdem viel Anerkennung verschaffen könnte.

Mit unserer Petition wollen wir zeigen, dass es auch Stimmen im Ort, in der Region und weit darüber hinaus gibt, die die Idee begrüßen und unterstützen.

Deshalb …

… bitten wir die Mitglieder des Gemeinderats Obrigheims, sich mit der AG und ihrer Initiative konstruktiv auseinanderzusetzen.

… unterstützen wir die Initiative der Geschichte-AG der RSO.

… befürworten wir den Vorschlag die Realschule Obrigheim nach Vinzenz Rose zu benennen.

Mit freundlichen Grüßen

ehemalige Schüler und Schülerinnen der Realschule und/oder Obrigheimer und Obrigheimerinnen:

Steve Bopp, Caroline Hülser, Alexander Kempe, Annelies Lukas, Tabea Lukas, Friederike Rexa, Hanna Steinert, Ule Wiedemann